Der perfekte Übergabebogen fürs Aufnahmegespräch (Vorlage)

Vorlage Veröffentlicht am , aktualisiert am 3 Min. Lesezeit Fachliche Prüfung: in Vorbereitung

Das Aufnahmegespräch entscheidet, wie gut Ihre Einrichtung ein Kind von Anfang an begleiten kann. Ein durchdachter Übergabebogen macht daraus einen verlässlichen Prozess: Nichts Wichtiges geht verloren, egal wer das Gespräch führt. Diese Vorlage können Sie direkt übernehmen und an Ihre Konzeption anpassen.

Die Vorlage: Felder des Übergabebogens

A. Basisdaten

  • Name, Geburtsdatum, Gruppe, Aufnahmedatum
  • Sorgeberechtigte mit Kontaktdaten und Erreichbarkeit
  • Abholberechtigte Personen
  • Notfallkontakt zusätzlich zu den Eltern

B. Das Kind im Alltag (Freitextfelder, bewusst offen formuliert)

  • So kommuniziert das Kind, so versteht es andere
  • Das mag es, das kann es gut, dafür begeistert es sich
  • Das fällt ihm schwer, das überfordert es
  • So beruhigt es sich, das hilft bei Kummer oder Wut
  • Rituale und Abläufe von zu Hause (Essen, Schlafen, Abschied)
  • Sauberkeitsentwicklung, Wickeln, Toilette

C. Gesundheit und Sicherheit (nur mit Einwilligung, siehe unten)

  • Allergien und Unverträglichkeiten, inklusive Reaktion und Maßnahmen
  • Chronische Erkrankungen oder Behinderungen, soweit für die Betreuung relevant
  • Medikamente in der Betreuungszeit (nur mit gesonderter schriftlicher Vereinbarung zur Medikamentengabe)
  • Notfallplan vorhanden? Wo liegt er, wer kennt ihn?
  • Hilfsmittel (Brille, Hörgeräte, Orthesen, Kommunikationshilfe) und ihre Handhabung

D. Unterstützung und Netzwerk

  • Frühförderung, Therapien, SPZ (nur mit Einwilligung, inklusive Schweigepflichtentbindung, falls Austausch gewünscht ist)
  • Integrationskraft beantragt oder bewilligt?

E. Vereinbarungen aus dem Aufnahmegespräch

  • Getroffene Absprachen mit Verantwortlichen und Terminen
  • Vereinbarte Kommunikationswege mit den Eltern
  • Termin für das erste Rückblick-Gespräch (empfohlen: nach vier bis sechs Wochen)

F. Formales

  • Einwilligung der Sorgeberechtigten zur Verarbeitung der Gesundheitsangaben (Zweck, Zugriffsberechtigte, Aufbewahrung, Widerrufsrecht)
  • Datum, Unterschriften, Stand des Bogens

Praxisregeln, die den Bogen gut machen

Stärken zuerst. Beginnen Sie Teil B mit dem, was das Kind mag und kann. Das verändert den Blick des Teams und das Gesprächsklima mit den Eltern spürbar.

Konkret statt diagnostisch. „Reagiert auf laute Geräusche mit Ohrenzuhalten und Rückzug, dann hilft der Nebenraum” nützt Ihrem Team mehr als jede Diagnosebezeichnung. Fragen Sie nach beobachtbarem Verhalten und erprobten Reaktionen.

Weniger Pflichtfelder als Sie denken. Jedes Feld, das Sie abfragen, müssen Sie schützen, aktuell halten und begründen können. Fragen Sie, was Sie für Betreuung und Sicherheit brauchen, nicht alles, was interessant wäre. Die rechtliche Seite beleuchtet unser Artikel zu DSGVO und Gesundheitsdaten in der Kita.

Zugriff regeln. Definieren Sie, wer den Bogen einsehen darf (Gruppenteam, Leitung) und wo er liegt. Ein Übergabebogen im offenen Gruppenordner ist ein Datenschutzvorfall mit Ansage.

Die Grenze des Papierbogens

Der beste Bogen ist am Tag nach der Änderung veraltet: neues Medikament, neue Handynummer, neue Strategie. Ab diesem Moment arbeitet Ihr Team mit falschen Daten, ohne es zu wissen. Digitale Elternprofile wie InkluCard drehen die Verantwortung um: Die Eltern pflegen die Daten, Ihre Einrichtung ruft nach Freigabe durch die Eltern per QR-Code den jeweils aktuellen Stand ab, ohne eigene Datenhaltung und ohne Pflegeaufwand. Der Übergabebogen konzentriert sich dann auf das, was wirklich ins Gespräch gehört: Beziehung, Beobachtungen, Vereinbarungen. Mehr dazu auf unserer Seite für Einrichtungen.

Quellen

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Dürfen wir Gesundheitsdaten im Übergabebogen abfragen?

Ja, mit Augenmaß und Rechtsgrundlage. Fragen Sie nur ab, was für Betreuung und Sicherheit erforderlich ist, holen Sie die ausdrückliche Einwilligung der Sorgeberechtigten ein und regeln Sie Zugriff und Aufbewahrung. Details im Artikel zu DSGVO und Artikel 9 in der Kita.

Wer füllt den Übergabebogen aus: Eltern oder Fachkraft?

Am besten die Eltern vorab in Ruhe, danach gehen Sie ihn im Gespräch gemeinsam durch. So bleibt das Aufnahmegespräch für Beziehung und Rückfragen frei, statt für Diktat und Protokoll.

Wie halten wir den Bogen aktuell?

Legen Sie feste Anlässe fest: jährliches Entwicklungsgespräch, jeder Gruppenwechsel, jede gemeldete Änderung. Vermerken Sie auf dem Bogen sichtbar den Stand. Veraltete Notfallangaben sind das größte Risiko dieses Instruments.

Können wir statt Papier eine digitale Lösung nutzen?

Ja. Digitale Profile, die Eltern selbst pflegen und gezielt freigeben, nehmen Ihrem Team die Datenpflege ab und sind bei jedem Abruf aktuell. Ihre Einrichtung liest nur, statt selbst sensible Daten zu verwalten.